Kuh - Milch - Kalb

Der Schwerpunkt unseres seit 1987 biologisch-dynamisch bewirtschafteten Hofes war schon immer die Milchviehhaltung. Unsere Kühe tragen Hörner und werden mit Gras und Heu gefüttert. Von April bis November grasen sie auf umliegenden Weiden.

Unsere Kälber dürfen in den ersten Lebenswochen an ihren Müttern, später auch an Ammenkühen trinken. Im Gegensatz zu den meisten Betrieben wollen wir gewährleisten, dass auch die männlichen Kälber auf demeter-Standard gehalten und gemästet werden – im eigenen Stall und/oder auf umliegenden Betrieben.

Tatsächlich ist die Situation auf vielen Milchvieh-Betrieben häufig sehr ernüchternd: Kälber werden wenige Stunden nach ihrer Geburt vom Muttertier getrennt. Statt mit Milch werden sie mit einem Milchersatz, bestehend aus Magermilchpulver, Fett und Protein (vorwiegend Soja und Palmöl aus Regenwaldgebieten) gefüttert. Da die hofeigene Milch und das eigene Futter für die Mästung der Kälber zu teuer ist, landen die Tiere zu niedrigen Preisen in Betrieben in ganz Deutschland, Europa oder Nordafrika. Hier werden die Tiere in Massenhaltung mit Mais und Soja gemästet. Somit wird die Kuh plötzlich zum Nahrungskonkurrent des Menschen.

Selbst Bio- und Demeter-Betrieben bleibt oft nichts anderes übrig, als ihre Kälber auf dem Weltmarkt zu verkaufen. Es fehlen die Kunden, die die kostenintensive, hofeigene Mästung finanzieren. So landet auch das Fleisch vom einstigen Bio-Rind in den Discountern der Welt.

Die artgerechte Aufzucht der Tiere ist kostenintensiv. Sie muss über den Verkauf des Fleisches finanziert werden. Nur ein angemessener Fleischpreis ermöglicht die muttergebundene Aufzucht der Kälber nach Demeterstandard. Er deckt die Arbeitskosten und sorgt für mehr Tierwohl.

Das Fleisch unserer Weiderinder ist ein hochwertiges Produkt in Demeterqualität, dessen Preis sich ganz logisch ergibt: Die Kosten für Aufzucht, Haltung, Arbeitsaufwand, Schlachtung und Verarbeitung muss der Betrieb aufbringen und folglich auch wieder erwirtschaften.

Rinder, die nur mit Gras und Heu gefüttert werden, stehen nicht in Nahrungsmittelkonkurrenz zum Mensch. Stattdessen übernehmen Weiderinder eine wichtige Aufgabe: Sie pflegen das Grünland und düngen den Boden. So wird Humus aufgebaut, der wiederum große Mengen an CO2 bindet. Zusätzlich kann auf mineralischen Dünger verzichtet werden, der nur unter hohem Energieaufwand erzeugt werden kann.

Die Weidehaltung ist die einzige Form der CO2-neutralen und somit klimafreundlichen Rinderhaltung. Wichtig ist hierbei ein ausgewogenes Verhältnis zwischen der Tieranzahl und der Fläche des Betriebs. Dann ernährt das Grünland die Tiere und ihr Dung kommt dem Boden zugute. Auf den geschlossenen Kreislauf kommt es an.